ver.di Jugend

Gute Bildung für alle – lebenslang

Perspektiven sichern

Gute Bildung für alle – lebenslang

Die ver.di Jugend fordert ein leistungsfähiges und faires Bildungssystem. Dieses muss sowohl lebensbegleitende Bildung ermöglichen als auch Beteiligung an Bildung fördern und mit gerechten Zugängen ausgestattet sein, die niemanden benachteiligen. Gute Bildung erfordert auch gute Arbeitsbedingungen – für alle, die am Bildungsprozess beteiligt sind.

Wir engagieren uns für ein Grundrecht auf Ausbildung und für ein gemeinschaftliches, qualitativ hochwertiges und gebührenfreies Bildungswesen, das von gut qualifizierten Beschäftigten gestaltet wird.

Elternunabhängig und von klein auf
Jede und jeder hat das Recht auf eine qualifizierte Berufsausbildung und muss gemäß persönlicher Interessen und Fähigkeiten an Bildung teilhaben können. Dabei dürfen Herkunft und Einkommen der Eltern keine entscheidenden Größen sein. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen frühkindliche Bildung gestärkt und schnelle Selektion in der Schule verhindert werden.

Die ver.di Jugend fordert außerdem für alle Kinder gebührenfreie Ganztagsplätze in einer Kindertagesstätte. Der Betreuungsschlüssel in den Kitas muss deutlich besser werden, ebenso die Ausstattung der Einrichtungen. Auch müssen mehr Erzieher_innen ausgebildet und eingestellt werden.

Gemeinsames Lernen bis Klasse zehn
Ebenso setzen wir uns für die Abschaffung des mehrgliedrigen Schulsystems ein, das bereits nach der vierten Klasse selektiert. Stattdessen kämpfen wir für ein gemeinsames Lernen aller Schülerinnen und Schüler nach integrativen Konzepten – mindestens bis zum mittleren Bildungsabschluss mit Ende der Klasse zehn.

Die Schule soll alle Begabungen und Entwicklungspotenziale fördern, auf Integration und Zusammenschluss setzen, durchlässig bleiben und auf restriktive Benotungssysteme verzichten. Hierfür bedarf es eines flächendeckenden Angebots an Ganztagsschulen, in denen Bildung, Betreuung und Beratung verwirklicht werden.

Es muss Lernmittelfreiheit herrschen und ein gesundes, kostenfreies Essen angeboten werden. Unterricht und Hausaufgabenbetreuung, Kunst und Sport sowie weitere individuelle Förderangebote wechseln sich im Laufe des Tages ab – entsprechend ist der Lehr- und Betreuungsschlüssel auszurichten.

Hochwertige Ausbildungsplätze
Für alle Schulabgänger_innen muss ein ausreichendes Angebot betrieblicher Ausbildungsplätze durch eine solidarische Finanzierung gewährleistet werden. Alle Unternehmen sind zu verpflichten, genügend betriebliche Ausbildungsplätze bereitzustellen. Bilden Unternehmen selbst nicht aus, werden sie an den Ausgaben für Ausbildung beteiligt.

Alle Ausbildungsplätze müssen dabei einem Qualitätsstandard entsprechen, der den ausgebildeten Fachkräften Chancen auf dem Arbeitsmarkt und die Sicherung ihres Lebensunterhaltes garantiert. "Schmalspur-Ausbildungen" lehnen wir ab, denn sie verhelfen nur zu unterdurchschnittlicher Qualifikation und orientieren sich von vornherein am Niedriglohnsektor, weil wesentliche Inhalte des jeweiligen Berufsbildes fehlen.

Hürdenfrei zur Hochschule
Wir fordern außerdem eine gebührenfreie Hochschulbildung für alle und ein elternunabhängiges Bildungsgeld, das zur Deckung des Lebensbedarfs ausreicht, um die eigene Existenz und soziale Teilhabe zu sichern. Dadurch können mehr junge Menschen – auch aus nicht-akademischem Umfeld – ein Studium aufnehmen.

Alle Studierenden mit Bachelor-Abschluss müssen ein Anrecht auf die Aufnahme eines Master-Studiengangs in ihrer Fachrichtung bekommen. Hierfür müssen ausreichende Ressourcen (BAföG, Kapazitäten, Finanzierung etc.) zur Verfügung gestellt werden. Insbesondere sind Master-Studiengänge in allen Fachrichtungen bedarfsorientiert anzubieten bzw. einzurichten.

Die ver.di Jugend steht auch für eine demokratische und soziale Hochschule, an der die Studierenden nicht "Kunden und Kundinnen", sondern eine der mitgestaltenden Gruppen sind. Dieses Modell beinhaltet auch mehr Mitbestimmungsmöglichkeiten für Beschäftigte.

Weiterbildung und lebenslanges Lernen
Zwischen beruflicher - und Hochschul-Bildung fordert die ver.di Jugend eine hohe Durchlässigkeit. Studiengänge sind so zu gestalten, dass die Anerkennung bereits erworbener Kompetenzen (z. B. in Aufstiegsfortbildungen oder im beruflichen Kontext) erfolgen kann.

Wir engagieren uns für einen umfassenden Weiterbildungsanspruch für Beschäftigte, der sowohl gesetzlich als auch tarifvertraglich geregelt sein muss. Das lebensbegleitende Lernen – auch nach Schul-, Hochschul- und Berufsabschluss – ist durch ein Bundesweiterbildungsgesetz zu garantieren und finanziell abzusichern.