ver.di Jugend

Ausbildungsqualität

Perspektiven sichern

Ausbildungsqualität

Gute Ausbildung ist die Voraussetzung für gute Arbeit. Die Frage der Qualitätssicherung in der Ausbildung ist damit in der ver.di-Jugendarbeit ein dauerhaftes Themenfeld. Grundsätzliches Problem dabei ist der Gegensatz zwischen den finanziellen Interessen der Arbeitgeber auf der einen und den rechtmäßigen Ansprüchen der Auszubildenden auf der anderen Seite.

Für uns ist es von zentraler Bedeutung, dass die durch das Jugendarbeitsschutzgesetz garantierten Mindestmaßstäbe auch dauerhaft geschützt bleiben. Verschlechterungen – besonders im Bereich der Arbeitszeiten – lehnen wir entschieden ab.

Junge Auszubildende dürfen nicht als billige Hilfsarbeitskräfte missbraucht werden, sondern sind vollwertiger Bestandteil des Betriebsalltags. Aus diesem Grund setzen wir uns dafür ein, dass die erfolgreich bestandene duale Ausbildung im Deutschen Qualifizierungsrahmen (DQR) mit der Bewertungsstufe 5 dem Abitur gleichgesetzt wird.

Duale und kostenfreie Ausbildung
Basis hierfür ist eine umfassend qualifizierte und qualifizierende Ausbildung von mindestens drei Jahren, denn bei einer kürzeren Ausbildung ist die Vermittlung von Kenntnissen und Fertigkeiten deutlich eingeschränkt. Ein wichtiger Aspekt der dualen Ausbildung – wie auch der dualen Studiengänge – ist die feste Verankerung in einem ausbildenden Betrieb. Der duale Ansatz ist daher einer rein theoretischen Ausbildung vorzuziehen und eine Abkehr vom dualen Ausbildungsweg nicht akzeptabel.

Von fundamentaler Bedeutung ist außerdem das Prinzip der kostenlosen Ausbildung, die existenzsichernd vergütet wird. Weitere soziale Hürden, z. B. offene oder versteckte Kosten wie Schulgeld oder Gebühren aller Art, sind unbedingt zu verhindern.

Qualitativ hochwertige Ausbildung und Ausbildende
Auszubildende leisten fraglos einen wichtigen Beitrag im Betrieb. Dennoch ist festzuhalten, dass es sich bei einer Ausbildung keinesfalls um Erwerbsarbeit handelt. Entsprechend muss zuerst die Qualität der Ausbildung gewährleistet werden. Das Einhalten der Ausbildungspläne und -rahmenpläne ist hierfür die notwendige Basis.

Entscheidend für die Qualität der Ausbildung ist auch die Qualifikation der Ausbildenden. Der Arbeitgeber ist hier in der Bringschuld, die notwendigen Rahmenbedingungen zu gewährleisten. Zielvereinbarungen, Umsatzbeteiligung oder systematische Überstunden lehnen wir während der Ausbildung ab.

Auch muss eine Vergleichbarkeit der Abschlüsse gewährleistet werden. Deshalb dürfen Arbeitgeber keine Entscheidungsbefugnis haben, um Ausbildungsberufe betrieblich fixiert zu modularisieren. Wird nämlich zu stark auf die betrieblichen Arbeitsprozesse vor Ort zugespitzt, schränkt das die Allgemeingültigkeit der Ausbildung unzulässig ein und vermindert die Chancen der Auszubildenden auf dem Arbeitsmarkt.

Starke Interessenvertretung im Betrieb
Auch wenn es eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte: Die gesetzlichen Mitgestaltungsmöglichkeiten für die Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) und anderer Interessenvertretungen im Betrieb müssen lückenlos gewährleistet sein. Gerade zu Beginn ihres Berufslebens ist es für Auszubildende schwer, sich im Konfliktfall allein gegen den Arbeitgeber zu behaupten. Dieser kann durch seine Position unzulässigen Druck auf die Auszubildenden ausüben und die Rahmenbedingungen zu ihren Ungunsten verschlechtern.

Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber die JAV geschaffen. Ihre Aufgabe ist es, ein Gegengewicht zum Arbeitgeber zu bilden und die Einhaltung gesetzlicher und tariflicher Ausbildungsstandards zu kontrollieren. Mögliches Fehlverhalten des Arbeitgebers muss von der JAV gemeinsam mit Personal- oder Betriebsrat entschieden angegangen werden.

Gemeinsam stark – mit der ver.di Jugend
Die ver.di Jugend ist Partnerin und Plattform zugleich und eine gemeinsame Interessenvertretung auf allen Ebenen. Ob im Betrieb oder vor dem Gesetzgeber – sie macht Missstände öffentlich und arbeitet gemeinsam an den notwendigen Verbesserungen. Im Betrieb vor Ort bietet sie Schulungen für JAVen, Personal- und Betriebsräte und für die ehrenamtlich aktiven Mitglieder.

Auch wenn der Spruch alt ist, so bleibt er doch aktuell: Nur gemeinsam sind wir stark. Ein hoher Organisationsgrad im Betrieb steht in direktem Zusammenhang mit der betrieblichen Durchsetzungskraft. Und die ist und bleibt der entscheidende Faktor für gute Tarifverträge, welche Verbesserungen über die gesetzlichen Rahmenbedingungen hinaus erst ermöglichen.

Also lasst uns gemeinsam das Erreichte verteidigen und weitere Verbesserungen erkämpfen!